Wie läuft eine Haartransplantation ab?

Bevor Sie sich für eine Haartransplantation entscheiden, sollte Ihnen klar sein, wie der Ablauf ist und worauf Sie auch nach dem Eingriff achten sollten. In diesem Ratgeber wollen wir Ihnen einen Überblick geben, wie die einzelnen Schritte einer Haartransplantation aussehen.

Ursachen und Voraussetzungen für eine Haartransplantation

Viele Menschen in der Schweiz leiden unter Haarausfall. Am häufigsten kommt dabei der androgenetische Haarausfall vor, für den eine Haartransplantation besonders gut geeignet ist. Der Grund für diese Erkrankung ist, dass die Haarwurzeln teilweise sehr empfindlich auf das Hormon DHT reagieren und somit nach und nach absterben. Weil dies aber nicht alle Haare betrifft, lassen sich aus den noch gesunden Arealen Haare entnehmen und an bereits kahle Stellen verpflanzen. 

Es gibt aber auch weitere Formen des Haarausfalls, bei denen eine Haartransplantation nicht unbedingt zum Erfolg führen muss. Das gilt unter anderem für krankheits- oder hormonbedingten Haarausfall – dann kann es im schlimmsten Fall sogar dazu kommen, dass auch die verpflanzten Haare noch ausfallen. Damit eine Haartransplantation erfolgreich verläuft, sollte der Haarausfall sich in der vorherigen Zeit nicht verkürzt haben. Zudem ist es eine wichtige Voraussetzung, dass genügend gesunde Haare für die Transplantation zur Verfügung stehen. 


Haarausfall Vergleich Mann vs. Frau

Haarausfall Vergleich Mann vs. Frau

Die FUT- und FUE-Techniken bei der Haartransplantation

Für eine Haartransplantation kommen heutzutage in erster Linie zwei Techniken zum Einsatz – die FUE- und die FUT-Technik. Hier zeigt sich der Unterschied in der Art der Haarentnahme. 

Bei der FUT-Technik arbeitet der Arzt mit einem Skalpell, mit dem er die noch gesunden Haarwurzeln auf einem ganzen Hautstreifen entnimmt. Er wählt hierfür ein Areal aus, welches nicht vom Haarausfall betroffen ist – meist ist dies der Hinterkopf. Vom entnommenen Hautstreifen kann er anschliessend kleine Haarwurzelgruppen ausschneiden und zur Verpflanzung vorbereiten. Hier bleibt auf der Kopfhaut des Patienten zwar eine Narbe zurück, diese lässt sich jedoch gut durch umliegendes Haar überdecken.

Bei der FUE-Technik entnimmt der Arzt die Haare unmittelbar in Form einzelner Gruppen. Hier wird mit einem Hohlbohrer oder besonders feinen Nadeln gearbeitet, um bis zu fünf Haare gleichzeitig zu verpflanzen. Ein klarer Vorteil gegenüber der FUT-Technik ist, dass der Patient keine Narbe am Hinterkopf zurückträgt. Auch in Hinblick auf die Kosten ist die FUT-Methode im Vorteil, weil die Behandlung schneller geht als bei der FUE-Methode.

Unterschied FUT vs. FUE

Unterschied zwischen der FUT und FUE-Methode.

Die Vorbereitung für eine Haartransplantation

Bevor die Haartransplantation beginnen kann, klärt der behandelnde Arzt seinen Patienten über die Chancen und Risiken der Operation auf. Wichtig ist, dass der Patient keine überhöhten Erwartungen an das Ergebnis hat. Weiterhin ist relevant, dass der Patient den Arzt über eventuell vorliegende Vorerkrankungen informiert. Leidet dieser unter Blutgerinnungsstörungen oder neigt zu starker Narbenbildung, sollte besonders darauf geachtet werden, die richtige Methode auszuwählen. 

Vor dem Beginn der Haartransplantation plant der Chirurg exakt, wo wie viele Haare entnommen werden. Schliesslich soll das Ergebnis so natürlich wie möglich wirken. Bis zum Tag des Eingriffes ist es anzuraten, die Haare möglichst lange nicht mehr zu schneiden. Dann können die Entnahmestellen direkt nach der OP mit umliegenden Haaren bedeckt werden, so dass keine Narbe sichtbar ist. 

Es kann erforderlich sein, dass der Patient vor der Haartransplantation gewisse Medikamente absetzen muss. Das können Aspirin oder auch blutverdünnende Medikamente sein. Der behandelnde Arzt erteilt darüber im Vorfeld ausführliche Informationen. Alkohol und Rauchen sind unmittelbar vor dem Eingriff grundsätzlich tabu. Am Tag der Operation trägt der Patient idealerweise leichte, bequeme Kleidung mit Knöpfen oder einem Reissverschluss, welche er nicht über den Kopf ausziehen muss.

 

Wie eine Haartransplantation abläuft

In der Regel werden Haartransplantation ambulant direkt in der Praxis des behandelnden Arztes durchgeführt. Nur in besonderen Fällen erhält der Patient eine Vollnarkose, auch für Kinder kann diese oft die bessere Lösung sein. Je nachdem, für welche OP-Technik sich Arzt und Patient entschieden haben, entnimmt der Chirurg nun einen ganzen Hautstreifen mit Haaren (FUT-Technik) oder nur einzelne Haarwurzelgruppen (FUE-Technik) von der Kopfhaut. Für eine exakte Entnahme der Haarwurzeln werden spezielle Instrumente verwendet, welche die Haarwurzeln als Erstes auflockern und dann langsam herauslösen. Hierbei kommt es zur Bildung minimaler Narben, die jedoch später nicht mehr mit blossem Auge sichtbar sind. Sofern die Haartransplantation mit der FUT-Technik mittels eines Spenderhaarstreifens erfolgt, vernäht der Chirurg im Anschluss die Wunde.

Zur Entnahme der Haarwurzelgruppen des Hautstreifens kommen feine Mikroskope und Lupen zum Einsatz – hier muss der Arzt besonders filigran und mit ruhiger Hand arbeiten. Um zu verhindern, dass die Haartransplantate bis zur Verpflanzung nicht beschädigt werden oder austrocknen, lagert der Chirurg sie bis zur Widerverwendung in einer Nährstofflösung. 

Der nächste Schritt ist das Anlegen feinster Öffnungen für die Haarwurzeln im gewünschten Areal. Diese werden unregelmässig platziert, damit das Haarmuster später möglichst natürlich wirkt. Der letzte Schritt ist das Einsetzen der Spenderhaare in die vorbereiteten Öffnungen. Die Dauer einer solchen Operation hängt stets vom Aufwand und der Anzahl der verpflanzten Haargruppen ab. Bei einer Haartransplantation mit rund 1.000 bis 1.500 Haarwurzelgruppen dauert die Haartransplantation zwischen vier und sechs Stunden (FUT-Technik). Mit der FUE-Methode kann es 5 bis 8 Stunden dauern. Unter Umständen sind auch mehrere Sitzungen erforderlich, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Mit der neuen ARTAS-Roboter-Technologie, die auf Basis der FUE-Methode basiert, sind wesentlich kürzere Zeiten zu erwarten.

Vergleich Haartransplantation Mann vs Frau

Vergleich einer Haartransplantation Mann vs Frau

Wie die Nachbehandlung einer Haartransplantation abläuft

Direkt nach der durchgeführten Haartransplantation muss der Patient etwa drei bis vier Tage einplanen, in denen er sich zu Hause erholt. Die Kopfhaut sollte in dieser Zeit natürlich nicht strapaziert werden. Erst nach dieser Zeitspanne kann wieder mildes Shampoo zum Einsatz kommen – hier empfiehlt sich Babyshampoo. Solarium, Sauna oder Sport, bei dem man natürlich schwitzt, sollte in jedem Fall in den ersten vier Wochen vermieden werden. Unter Umständen kann es in den ersten Wochen nach der Haartransplantation zu leichten Beschwerden, einem ziehenden Gefühl oder Schwellungen kommen, die allerdings in der Regel schnell wieder nachlassen. Darüber hinaus kann es zu leichten Rötungen und Verkrustungen kommen, welche allerdings auch nach einigen Wochen beim Haarewaschen wieder von der Kopfhaut abgelöst werden. 

Wer sich von Rötungen auf der Kopfhaut oder am Haaransatz gestört fühlt, kann hierfür eine spezielle Abdeckcreme verwenden. Diese ist in der Apotheke erhältlich. Nach der Haartransplantation sind die Haarfollikel in der Kopfhaut erst einmal stark geschwächt, so dass es durchaus passieren kann, dass die verpflanzten Haare wieder ausfallen. Erst nach etwa vier bis acht Monaten kann mit einem dauerhaften Wachstum der neu verpflanzten Haare gerechnet werden. Sofern die Haare ohne weitere Probleme normal nachwachsen, muss nicht mehr auf eine besondere Behandlung geachtet werden. Dann lassen sie sich normal waschen, legen und frisieren. Die Geschwindigkeit, in der die Haare nachwachsen, hängt vom Patienten ab. Nach einer angewandten FUT-Methode zieht der Chirurg nach etwa zwei bis drei Wochen die Fäden aus der Kopfhaut.

Sofern für das Vernähen der Wunde selbstauflösende Fäden verwendet, fällt dieses zusammen mit den Krusten in den nachfolgenden Wochen ab.

 

Welche Risiken und Chancen bestehen?

Allgemein gibt es nie eine hundertprozentige Erfolgsgarantie bei einer Haartransplantation. Grundsätzlich besteht immer das Risiko, dass neu verpflanzte Haare sich nicht an die Kopfhaut haften und somit irgendwann absterben – wenn gleich die Wahrscheinlichkeit recht gering ist. Weiterhin kann es zur Bildung von Narben oder zu Entzündungen auf der Kopfhaut kommen. Dennoch zählen Haartransplantationen inzwischen zu Routine-OPs in Kliniken und bringen allgemein kaum Komplikationen mit sich. Die Erfolgaussichten sind bei einem ansonsten gesunden Patienten normalerweise sehr gut. Damit die Haartransplantation so perfekt wie möglich verläuft, ist es wichtig, sie im Vorfeld gemeinsam mit dem Arzt sorgfältig zu planen und vorzubereiten. Selbstverständlich kommt es ausserdem auf eine gewissenhafte Nachsorge an.

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Die häufigsten Fragen zum Ablauf einer Haartransplantation

Welche Methoden gibt es für Haartransplantationen?

Die populärsten Methoden sind die FUT und FUE Methode. Sie sind die am häufigste verwendete Technik bei der Haartransplantation. Es gibt auch neuere Methoden, die auf der FUE-Technik basieren, wie die DHI-Methode oder die mit Hilfe eines Roboters.

 

Wie läuft eine Haartransplantation ab?

Nach einer Aufklärung über Chancen und Risiken einer Haartransplantation entscheiden Arzt und Patient sich in gemeinsamer Absprache für die FUE- oder FUT-Methode. Abhängig von der gewählten Technik werden dann einzelne Haargruppen oder ein ganzer Haarstreifen von einem gesunden Areal entnommen und in den gewünschten Bereich verpflanzt. Hierbei ist es für den Arzt besonders wichtig, möglichst filigran zu arbeiten, damit das Ergebnis so natürlich wie möglich ausfällt.

 

Wie lange dauert eine Haartransplantation?

Je nach Umfang und Aufwand der Haartransplantation dauert ein solcher Eingriff zwischen vier und sechs Stunden. In manchen Fällen ist eine zweite oder sogar dritte Sitzung erforderlich, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

 

Was habe ich nach einer Haartransplantation zu beachten?

Direkt nach der Haartransplantation ist es wichtig, die Kopfhaut möglichst zu schonen. So sollte in den ersten drei bis vier Tagen kein Haarewaschen erfolgen. Anschliessend empfiehlt sich die Verwendung von möglichst mildem Shampoo (Babyshampoo). Sport, Sauna und Schwimmen sollten im ersten Monat vermieden werden, damit es nicht zu Entzündungen kommt.

 

Wie lange dauert die Heilung nach einer Haartransplantation?

Die Heilungsdauer kann wenige Wochen, aber auch einige Monate betragen. In dieser Zeit wachsen die Haarwurzeln an das neue Areal an und erhalten somit einen festen Sitz. Mit der Zeit sollten dann ganz normal gesunde Haare nachwachsen – dann ist auch keine besondere Behandlung mehr erforderlich.